Köhler & Meiler"Ohne Bier und Brandwein kann der Teufel Köhler sein" |
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Im Oberharz wurde im Zeitraum von ca. 900 n.Chr. bis 1990 Erzbergbau betrieben und das Erz verhüttet. Um das Metall aus dem Erz zu gewinnen benötigte man anfangs Temperaturen von 1200 - 1300 °C, die Holzfeuer nicht leisten kann. Statt dessen nutzte man zunächst Holzkohle.
HolzkohleDie Holzkohle wird in einem Meiler durch verglühen von geschichtetem (Buchen-)Holz gewonnen. Mit dem Köhlerspruch "Ohne Bier und Brandwein kann der Teufel Köhler sein" wird der Meiler entzündet. Je nach Bauart wird Glut in den Schacht des Quandels geschüttet oder eine Zündstange in bodennähe, seitlich durch den Zündkanal in die Mitte geschoben. Nach einer geglückten Arbeit lässt sich selbst das verkohlte Stroh noch erkennen.
Die ca. 10m Durchmesser betragenden Köhlerplätze und -hütten wurden windegeschützt
auf möglichst trockenen und erdigem Untergrund und in der Nähe von Wasser
weit aufgebaut. Wegen der hierfür benötigten großen Holzmengen und dem für den Grubenbau verbrauchte Holz, stand der Harz um 1700 kurz vor dem vollständigen Kahlschlag. Entsprechend war eine gängige Redensart im 17. und 18. Jahrhundert: "Im Harz steht unter Tage mehr Holz als über Tag." Die rechtzeitige Wiederauffortung mit den schnell wachsenden Fichten ist J.G. von Langen zu verdanken. Er empfahl 1755 erstmalig eine nachhaltige Forstwirtschaft.
In Braunlage finden alljährlich die Köhlertage statt. Über einen Zeitraum von 14 Tage wird ein Meiler aufgestellt und rund 20 Raummeter Holz verkohlt. Der Köhler Horst Böttger und sein Sohn Stephan kommen aus Königerode bei Harzgerode.
RennfeuerhüttenWährend der Waldschmiedezeit ( 1050-1350; Hochmittelalter 1000-1250; Ottonen, Salier, Staufer ) wurde das Erz in Rennfeuerhütten – kleiner, 1m hoher Lehmofen über einer 1m² große Erdkuhle - verhüttet. Das Gemisch aus Erz und Holzhohle (1 zu 3) wurde bei ca. 1100 °C über 24 Std. zur breiigen Rohluppe geschmolzen, die dann aus dem Muldenherd gezogen und mit Wasser abgeschreckt wurde. Das Metall wurde schließlich mühsam mit Hämmern von der Schlacke befreit, so dass es im Schmiedefeuer weiterverarbeitet werden konnte.
Nicht zu verachten sind immer noch die Sachgeschichten der „Maus“ . Weitere Links zu Meilern und Rennöfen :
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