Steinerne Renne

Rundweg vom Lossen-Denkmal


Lossen-Denkmal

Lossen-Denkmal



Lossen-Denkmal - Ottofels - Steinerne-Renne - Mönchsbuche - Steinerne-Renne-Bahnhof – Lossen-Denkmal

Länge : 12km
Höhenunterschied : 300m
Schwierigkeit : einfach und mittel

Bikes : mit kleinen Umwegen

eine Gaststätte


Teilstrecken :
Bahnbrücke – Lossen Denkmal 1,0km
Bahnbrücke -  Ottofelsen & Karlshaus 1,6km
Bahnbrücke - Steinerne Renne 2,8km
Bahnhof -  Steinerne Renne 2,8km
Bahnhof  - Ottofels 4,3 km
Bahnhof - Bahnbrücke 2,5km
Abzweig zur Mönchsbuche 1,5km


Blick vom Ottofelsen

Blick vom Ottofelsen zum Brocken

 

Steinerne-Renne

Steinerne Renne




Rundweg : Lossen-Denkmal - Ottofelsen - Steinerne-Renne - Mönchsbuche - Bahnhof "Steinerne-Renne" – Lossen-Denkmal


Rundweg Lossen-Ottofelsen-Steinerne-RenneWir hatten für einen Sonntag im September die Rundwanderung im Südwesten von Wernigerode geplant. Da wir uns nur auf den Wetterbericht verlassen, wenn er Eis, Schnee und Glatteis ankündigt, hielten wir es wie die "alten Braunlager" : ein Blick auf den Wurmberg sagt das Wetter voraus. Bei dem wechselhaften Wetter blickten wir gezielt in dem Moment nach Norden als der Gipfel im Sonnenlicht lag. Mit dem guten Omen sind wir von Braunlage über Elend, an Schierke vorbei, in Richtung Wernigerode gefahren. Den Hochharz, 600m üNN, verlässt man hinter dem Kreuz nach Schierke mit einem 10%-Gefälle. Kaum knackt es in den Ohren, befindet man sich schon auf 300m ü.NN und kurz vor dem Wernigeröder Ortsteil Hasserode - denken Sie jetzt auch an ein Bier ? -.

Das Lossen-Denkmal steht ca. 1km vor dem Ortsschild, gut sichtbar, links von der L100, in einer spitzen Forstwegabzweigung. Hier lässt sich für die Besichtigung bequem halten. Wer nun meint, dass dieses im Walde stehende Denkmal wieder einmal zu Ehren eines Oberförsters steht, der irrt.

Prof. Dr. Karl August Lossen (5.1.1841 - 24.2.1893) hat als Königlicher Landesgeologe wesentlichen zur Erforschung des Harzes beigetragen. Sein wohl wichtigstes Werk ist die 1877 veröffentlichte erste geologische Übersichtskarte des Harzes im Maßstab 1:100 000. Ihm zu Ehren erhebt sich ein 4m hoher Granit-Monolit, dessen Fuß von 33 Stäbe aus harztypischem Gestein gesäumt ist. Das Denkmal wurde erstmals 1896 errichtet (s. auch luise-berlin).

Für unsere Wanderung sind wir auf dem Forstweg noch ein Stück bis zum kleinen, für ca. 10 PKWs geeigneten, Waldparkplatz gefahren.

Am Parkplatz befindet sich ein Wassertrog mit "Baumnasenquelle" (Brunnenstock, Laufbrunnen oder auch Piepenpahl genannt). Es ist offiziell kein Trinkwasser obwohl wir uns bereits im Trinkwasserschutzgebiet befinden. Daneben steht das ursprünglich 1903 erbaute Wasserhäuschen, das ehedem einen Hochbehälter obertägig abschloss. Sein mit Wassern der ehemaligen Bergwerke "Schlickstal" und "Charlotte Louise" und Quellwasser gespeiste Hochbehälter hat ein Speichervolumen von ca. 300m³. Das System versorgte die Region mit durchschnittlich 650m³ Wasser pro Tag.


Wir gehen im Thumkuhlental auf dem Forstweg bergan und betrachten auf dem Weg diverse Informationen zum Bergbau. Zunächst kommen wir am durch eine Gittertür verschlossenen Stollenmundloch "Aufgeklärtes Glück" vorbei. Es liegt etwas versteckt hinter einer Halde, auf der eine, auf ihren "Luftwurzeln" stehende Fichte wächst.

Abraumzeitraum 1570-1804 und 1949-1951; Haupterzmineralien : Kobald, sein "Hasseröder Blau" nutze man zur herstellung blauer Farbe; Nickelarsenide; Wismut; Uran, das jedoch nicht abbauwürdig war


Später ist ein laufendes Kunstrad mit Feldgestänge ebenso aufgebaut, wie eine Lore mit unterschiedlichen Gesteinsarten und nebenstehendem Bohrwerkzeug. Der Fichtenwald zum Braunen Wasser hin ist hell, der gegenüberliegende dunkel. Der Forstweg wird von Laubbäumen gesäumt.

Nach 1km erreichen wir eine für die HSB geschichtsträchtige Brücke. Fotos und weiterführenden Informationen zur Harzer Schmalspurbahn finden Sie auf eisenbahn-natur.de

Wolkenbrüche hatten den Bahndamm unterspült, so dass die Harzquerbahn am 6.Juli 1927 zwölf Meter in die Tiefe stürzte und 2 Passagiere und 4 Eisenbahner den Tod fanden.

An der folgenden Wegkreuzung kehren wir vom von rechts kommenden Bahnparallelweg auf unserem Rückweg zurück, links führt er weiter zum Gasthaus Drei Annen (4km). Wir folgen der Forststraße. in einem weiten Linksbogen langsam bergauf bis zur Bergwacht. Der Weg führt überwiegend durch Fichtenwald. Überwiegend, weil der Blick über das kleine Tal und und hinauf zum Bergrücken einen durch Windbruch fast vollständig baumfreien und mit Fels und Restholz übersäten Hang zeigt. Der umzerstörte, dunkle und vermooste Hang auf unserer Seite lässt nur ahnen, das er die gleiche Bodenbeschaffenheit besitzt.
Am gegenüberliegenden Hang, links neben dem Windbruch, läßt sich eine aufgelassener Steinbruch erkennen. Seine Steine und Schotter wurden um 1900 mit einer elektrischen Feldbahn zur Verladestation der Harzquerbahn transportiert. Die Verladestation erreichen wir auf dem Rückweg.

Bei der Bergwacht überqueren wir das "Braune Wasser". Bei der Gelegenheit stellten wir fest, dass der Namen dem Bach alle Ehre macht. Der Forstweg verläuft jetzt merklich flacher. Nach einigen 100m und der folgenden Rechtskurve schimmert schon der Ottofelsen durch den Wald. Gleich darauf folgt ein Forstwegkreuz. Ca. 20m vorher stößt ein kleiner Waldweg auf unseren. Er fällt einerseits aufgrund seines spitzen Winkels und andererseits wegen der  nahen große Kreuzung kaum auf. Um zum Ottofelsen zu gelangen, müssen wir jedoch gemäß der Beschilderung in diesen steinigen und felsigen Pfad einbiegen. Nach 100m erreichen wir ihn. Es sind zwei nebeneinander stehende Granithärtlinge, ähnlich den Schnarcherklippen bei Schierke, von denen der Große per steiler Metallstiegen zu besteigen ist.
Die Aussicht aus 36m Höhe reicht vom Brocken, über weite Wälder und bis ins Harzvorland bei Wernigerode.
Markant für den auf 584m ü.NN stehenden Wollsack verwitterten Granitfelsen ist die oberste "Steinplatte", die als natürliche, überstehende Aussichtsplattform ausgeformt ist. Der Felsen ist nach Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode benannt worden.

Wir gehen zurück zum Forstweg und folgen ihm über die erste Abzweigung zur "Bahnhof Steinerne Renne" hinaus. Kurz darauf zweigt ein als steil und steinig ausgeschilderter Waldweg zur Steinernen Renne ab. - Biker sollten ein Stück weiter fahren und an der nächsten Kreuzung rechts abbiegen. - . Dem folgen wir abwärts und erreichen nach ca. 400m die über die Holtemme führende Brücke. Ein Blick von der Brücke zu beide Seiten auf den Wasserlauf erklärt den Name dieses Ortes. Die durch "rückschreitende Erosion" heraus präparierten Granitfelsen des Flussbettes geben dem Gelände seinen wildromantischen Charakter. Der Gewässername Holtemme leitet sich aus "Holtz Emme" ab: es ist das "Wasser aus dem Holze (Harz)".
Auf der gegenüber liegenden Seite steht die Waldgaststätte.

Die Terrasse der Waldgaststätte ( & Hotel) war recht gut besucht; sie war so gut besucht, dass wir uns fragten, woher denn plötzlich diese vielen Menschen gekommen sein mögen. Denn auf unserem Weg sind wir nur beim Ottofelsen ein paar wenig Wanderern begegnet.
Wir holten von der „Erstversorgung“ zwei Alster, suchten und fanden zwei freie Plätze mit Blick auf die Stromschnellen; den gern genutzten Begriff "Wasserfall" halte ich für etwas übertrieben. Der Wasserlauf führte nach der warmen und Regen armen Zeit kaum Wasser. Als wir unser Wiederkommen zu Schneeschmelze planten, verkündete eine Lautsprecherstimme: " zwei Mal Linsensuppe!" Unsere beiden Tischnachbarn holten sich diese Zweitversorgung. Während der Gastwirt  am Nachbartisch einen Hund mit Trinkwasser versorgte, beantwortete er geduldig zunächst  all unsere Fragen. Unser Gespräch verebbte jedoch als er versuchte dem Hund nun auch noch eine kalte Bockwurst schmackhaft zu machen.  Noch während seiner Schmeicheleien hatten wir ausgetrunken und setzten unseren Weg fort. Wahrscheinlich hat der Wirt die Wurst selber essen müssen.

Der weiter Weg führt an der Gaststätte herum und auf dem Hauptweg bergab (2,6km bis Bhf. Steinerne Renne). Die den Weg zum steilen Hang hin sichernden Stahlseile schützen streckenweise abgebrochene Strassenstücke vor dem endgültigen Absturz.
Nach 200m kommt man der Abzweigung des Weges "Kleiner Renneweg" vorbei, überquert bald auf der  Holmke Brücke einen Bach an dem ein Weg zur Plessenburg (ca. 4km) abzweigt.
In der nächsten Linkskurve bietet sich ein schöner Ausblick durch das Tal der Holtemme auf Wernigerode.
Wir folgen dem Hauptweg, die  Bielstein-Chaussee, der uns später zum HBS-Bahnhof Steinerne Renne führt. Zunächst zweigen wir jedoch nach ca. 200m  zur 600m entfernten Mönchsbuche ab und passieren u.a. die gemauerte Bürgerquelle. Oben an der Kreuzung steht schließlich die scheinbar zeitweise abgestorbene, mächtige Buche. Der Weg nach links (Westen) führt zur Plessenburg, der nach Osten nach Wernigerode.
Wir gehen zurück, an der Bürgerquelle vorbei bis zur vorher verlassenen Bielstein-Chaussee. Sie verläuft über ca. 3km stetig bergab und bietet eine Blick über das Tal zum gegenüber liegenden Bergrücken des Hippeln, den wir schon auf dem Hinweg von der rückwärtigen, Baum leeren, Geröll gefüllten Seite sahen. Das Pfeifen der HSB hörten wir während der Ganzen Wanderung. Nun wird auch ihr Schnaufen zunehmend lauter, dann sehen wir den Rauch der Dampflocks und erreichen schließlich von ober kommend den Übergang der HSB zu ihrem Bahnhof.
Die Bahn fährt hier eine Schleife zum gegenüberliegenden Hang, an dem sich der Bahnhof "Steinerne Renne" befindet. Wir gehen ein kurzes Stück auf der Teerstrasse, überqueren die Holtemme, biegen nicht auf den parallel zur Holtemme führenden Weg , sondern 10m weiter nach links, in einen nicht ausgeschilderten Pfad. Er führt leicht aufwärts, zum Ende der Bahhofsgleise, die wir vorsichtig überqueren, und weiter über den gegenüberliegenden Pfad hinauf zum Forstweg. Der Pfad hat die Schleife abgekürzt. Allerdings verzichten wir dann auch auf das Wasserkraftwerk, die KZ-Gedenkstätte Steinerne-Renne und die Granitarbeiten.
Auf dem Forstweg geht es nach links immer parallel zur Bahn und stetig leicht bergauf weiter. Wir passieren das gesperrte Mundloch des Stollens "König Friedrich". Der Name erinnert an Friedrich II. von Preussen (1712-1786), der den Bergbau mit zahlreichen Privilegien förderte. Schließlich kommen wir an der schon anfangs erwähnten Verladestation des Schotterwerkes von 1899 vorbei und treffen wenige Meter weiter auf die Wegkreuzung an der Bahnbrücke unseres Hinweges. Unter der Brücke hindurch erreichen wir schnell, bergab gehend den Ausgangspunkt.

 

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